Deutsches Fachwerkzentrum Quedlinburg e.V.

Seminare

Der gemeinnützige Verein Deutsches Fachwerkzentrum Quedlinburg e.V. arbeitet seit 15 Jahren an der energetischen und Ressourcen schonenden Sanierung von historischen Bauten.
Die verschiedenen Angebote in den Seminaren sind ebenfalls seit langer Zeit fester Bestandteil der Bildungsaufgabe des Fachwerkzentrums. Die Seminar- und Qualifizierungsangebote eignen sich für Handwerker, Institutionen, Planer und Studenten, Lehrlinge, Jugendbauhüttler und Bundesfreiwillige und Menschen unterschiedlicher Herkunftsländer.

Die Projekte, an denen die Seminare stattfinden, zeigen eine hohe Variabilität an Möglichen auf, da nicht nur in der praktischen Fachwerksanierung agiert wird. Innerhalb des Projektes "Osterwieck – entdecken, bewahren und erleben" wurde für unsanierte Häuser in Abstimmung mit der Stadt Osterwieck, dem Sanierungsträger und den Denkmalämtern der Bestand bauhistorisch und zustandsmäßig erfasst und kartiert, um im Anschluss Empfehlungen für ein nachhaltiges Sanierungskonzept vorzuschlagen. Dabei erfolgte im Rahmen der aktiven Einbindung von Studenten, Jugendbauhüttlern, Handwerkern und Architekten für diese Objekte eine Archivrecherche mit Auswertung der vorhandenen baugeschichtlichen Unterlagen sowie vorangegangener Baumaßnahmen. Neben dem Bestandsaufmaß und der Schadensaufnahme bestand im Rahmen der praktisch ausgerichteten Seminarfelder die Möglichkeit, ökologische Innendämmmaßnahmen, Oberflächengestaltung mit traditionellen Fassungen sowie unterschiedliche Putztechniken zu lernen. Aufbauend auf den ersten Projektabschnitt wurde in einer zweiten Phase des Projektes die Publikation "Osterwieck, Entdecken – Bewahren – Erleben" ein Rundgang durch Osterwieck vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert erarbeitet und auf unterschiedlichen medialen Ebenen dargestellt.

Zum Projekt "Osterwieck, Entdecken – Bewahren – Erleben"

Die Seminare folgen einer klaren Struktur: Vorlesungen mit Vermittlung des theoretischen Wissens, praktisches Erlernen von historischen Bautechniken, Kennenlernen historischer Baustoffe im aktiven Einsatz, Vermittlung von handwerklichem Wissen und Leitgedanken der Denkmalpflege, Exkursionen zu wichtigen Orten der Kultur und Baukultur, Vermittlung der Kultur.

Die Inhalte der Seminare passen sich zudem an ihre Zielgruppen an, welche sich im Folgenden in vier Gruppen teilen lassen:

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Seminare für Studenten

Auch für Schüler und Studenten aus Deutschland und der Welt besteht die Möglichkeit, an Seminaren teilzunehmen und sich fortzubilden. Mit der Hochschule Anhalt in Dessau und dessen Studenten, teils internationalen Studenten, wurden bereits mehrere Vorlesungsreihen und Praxisseminare durchgeführt. Des Weiteren wurden in Kooperation mit den Hochschulen Masterarbeiten unter anderem im Studienfach Denkmalpflege betreut.

Für Studenten werden außerdem besonders tiefgehende Theorie- und Praxis-Seminare angeboten, in denen in kleinen Gruppen intensiv gearbeitet wird. Schülern geben wir in Praxisseminaren die Möglichkeit, traditionelle Handwerkstechniken und den Umgang mit ökologischen Materialien kennen zu lernen sowie einen Einblick in die Ressourcen schonende Sanierung zu erhalten.

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Integrativer Ort BauDENKMAL!

Der vom Fachwerkzentrum umgesetzte Bildungsauftrag für Menschen – Studenten, Praktikanten, und Neubürger - unterschiedlicher Nationen und Herkunftsländer findet seit 2015 – wie auch in den vorangegangenen interkulturellen Seminaren - an national wertvollen Kulturgütern in Sachsen-Anhalt statt, so im ältesten Schulgebäude, Grudenberg 8 in Halberstadt, erbaut 1697 und im Schloss Erxleben. Der Standort wird je nach Arbeitsschwerpunkt der Seminare ausgewählt. Inhaltlicher Leitfaden ist die nachhaltige und Ressourcen schonende Sanierung historischer Bauten.

Ziel der international besetzten Seminare des Fachwerkzentrums ist es, nicht nur Kulturgüter zu schützen, behutsam wieder instand zu setzen und handwerkliche Fähigkeiten zu lehren, sondern Menschen verschiedener Kulturen in die Gesellschaft zu integrieren, Vorurteile abzubauen und einen interkulturellen Austausch zu beginnen. Weitere Handlungsfelder sind die Präsentation der Arbeit, Vorlesungen, Fachexkursionen und die Teilnahme von Bürgern, die diesen Prozess begleiten.

Die verschiedenen Begegnungsfelder des Projektes, neben dem Erhalt des "BauDENKMALs", schaffen offenes Denken, damit sich neue Wege – der gegenseitigen Akzeptanz, des interkulturellen Austausches, der Steigerung des Selbstwertgefühls - entfalten können. Ein Teil der Seminarfelder ist das Projekt "Integrativer Ort BauDENKMAL!" - dieses bewahrt nicht nur die vom endgültigen Verfall bedrohten Kulturdenkmäler, sondern führt diese in der Zukunft einer neuen Nutzung zu – ein Prozess, den viele Seminarteilnehmer auch für die Baudenkmale in ihren Ländern anstreben wollen. Jugendliche aus Krisen- oder Erdbebengebieten, wie z.B. aus L'Aquila (Italien), haben den Bezug zu ihrer Heimat nie verloren und stets vor Augen, diese einmal wieder aufzubauen.

In den Praxisabschnitten des Seminars erfolgte die Zusammenarbeit wie auch bei dem Seminarzyklus 2015/2016/2017 im Tandem, ein Anleiter oder Lehrling des Fachwerkzentrums arbeitet mit einem oder zwei Flüchtlingen zusammen. Die Seminarprogramme wurden zuvor in Deutsch, Englisch/Arabisch mit erläuternden Abbildungen an die Seminarteilnehmer verteilt.

Diese Arbeitsteilung schafft die Möglichkeit der optimalen Verständigung, sich gegenseitig kennenzulernen und Fachwissen auszutauschen. Nicht selten waren die neuen Seminarteilnehmer sehr versiert im Umgang mit traditionellen Handwerkstechniken. Ein Austausch von Kenntnissen wurde auf Augenhöhe umgesetzt. Weitere Ziele der Seminare sind es, soziale Kontakte zu knüpfen, zu fördern, sich auszutauschen, voneinander zu lernen, Interesse für die jeweils andere Kultur zu wecken, sich zu respektieren und etwas gemeinsam zu schaffen. Das Bewusstsein für kulturelle Unterschiede wird in dem Seminar ganz offen "gelebt" und als Bereicherung gesehen. Zudem ist es wichtig, das Bild der Kulturbewahrung, vermittelt durch die im Restaurierungsprozess befindlichen und restaurierten Bauten, durch den Kontakt zu vielen ehrenamtlich tätigen Vereinen und durch gemeinsame Mittagessen mit den Seminarteilnehmern, positiv zu vermitteln. Die Förderung im Bereich der Bildungs- und Arbeitskompetenzen, sowie der sozialen und interkulturellen Fähigkeiten, sehen wir als geeignetes Instrument, um die vorherrschende hohe Motivation zu bestärken und negative Entwicklungen, bedingt durch Integrationsschwierigkeiten abzufangen.

Durch gezielte Förderung und Verbindung von praktischer mit theoretischer Weiterbildung findet eine bewährte Unterstützung bei der Spracherlernung statt, die eine gute und zugleich wichtige Grundlage der Kommunikation schafft.

 

Das Deutsche Fachwerkzentrum e.V. gehört zu den Preisträgern des Wettbewerbs "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen" 2017 und erhielt den 2. Platz des Integrationspreises in der Kategorie "Sprache, Bildung und Arbeit - Schlüssel erfolgreicher Integration" des Landes Sachsen-Anhalt.

Seminare für Handwerker

Besondere Theorie- und Praxis-Seminare richten sich an Handwerksbetriebe und Fachplaner. Aufgrund der Vielfalt der angebotenen Praxisblöcke werden die Teilnehmer in Gruppen eingeteilt, die so kontinuierlich an einer Aufgabe arbeiten können. Die Themenfelder der Seminare für Handwerksbetriebe sprechen insbesondere Zimmererbetriebe, Tischlereien, Maurer– und Malerbetriebe sowie Firmen für den Innenausbau in der umliegenden Region an, deren Haupttätigkeitsfeld die Sanierung von Fachwerkbauten darstellt. Kontakte bestehen hier unter anderem über die Handwerkskammer Magdeburg. Die Themenfelder der Seminare für die Planer sind vorwiegend an Architekten, Bauingenieure, Denkmalpfleger und Mitarbeiter der Genehmigungsbehörden gerichtet.

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Seminare für Freiwilligendienst

Für die Teilnehmer von Freiwilligendiensten gibt es im Fachwerkzentrum zum einen die Möglichkeit an Bildungsseminaren teilzunehmen als auch die zweite Möglichkeit als Teilnehmer des Freiwilligen sozialen Jahres in der Denkmalpflege für ein Jahr sich als Teil des Teams einzubringen, zu lernen, persönliche Fortschritte zu erreichen und die Grundlagen der Denkmalpflege sowie der traditionellen Handwerkstechniken eigenhändig zu erlernen.

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Öffentlichkeitsarbeit

Das Fachwerkzentrum sieht seinen Aufgabenbereich sowohl in der Aufklärung der Gesellschaft bezüglich der Themen: Umweltschutz durch Ressourcen schonendes Arbeiten als auch in der Überwindung starrer sozialer Grenzen. Das Kennenlernen und Erleben von Kultur endet nicht beim Denkmalschutz der deutschen Baukultur, sondern erstreckt sich bis in soziale Themengebiete und die Seminare mit Geflüchteten.

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2017 © Deutsches Fachwerkzentrum Quedlinburg e.V.
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